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Haarausfall nach dem Färben – kann Haarfarbe Haarausfall verursachen?

Ursachen, Dauer & was tun?

Eine Veränderung der Haarfarbe kann sich wie eine echte Verwandlung anfühlen – ein frischer Look, der das Selbstbewusstsein stärkt. Doch wenn Sie plötzlich mehr Haare im Duschabfluss sehen als sonst, wird aus Freude schnell Sorge.
Kann Haarkoloration Haarausfall verursachen? Diese Frage sollte klar beantwortet werden, denn sie betrifft Millionen Menschen, die regelmäßig ihre Haare färben. Die Realität ist wie so häufig komplizierter, als sie auf den ersten Blick scheint.

Um das Thema fundiert zu verstehen, ist es wichtig zu erkennen, wie Chemie, Biologie und individuelle Faktoren zusammenspielen. Während die Haarfollikel selbst durch Haarfarbe selten dauerhaft geschädigt werden, können die Haarschäfte, die aus ihnen herauswachsen, durch den Färbeprozess beeinträchtigt werden. Dieser Artikel beleuchtet die Wissenschaft hinter dem Haarausfall durch Färben, trennt Mythen von Fakten und gibt praktische Hinweise, wie Sie gesundes Haar erhalten können, während Sie weiterhin die Vorteile von Haarkoloration genießen.

Verursacht Haarfarbe tatsächlich Haarausfall?

Die Frage, die viele Menschen beschäftigt, lautet: Führt Haarfarbe wirklich zu dauerhaftem Haarverlust – also zu bleibender Kahlheit? In der Regel nicht. Echter Haarausfall bedeutet, dass Follikel aufhören, Haare zu produzieren, oder deutlich weniger Haare bilden. Das passiert nur selten allein durch Haarfarbe.

Verursacht Haarfarbe tatsächlich Haarausfall?

Mythos und Realität trennen

Der Mythos besagt, dass Haarefärben die Follikel zerstöre und zu dauerhaftem Haarverlust führe. Was ist die Realität? Haarverlust in Verbindung mit Haarkoloration oder Blondierung entsteht meist durch Haarbruch und vermehrtes Ausfallen, nicht durch eine Zerstörung der Follikel. Follikel liegen tief in der Kopfhaut und sind unter der Hautoberfläche geschützt. Die Farbe, die auf den Haarschaft aufgetragen wird, erreicht die Follikel normalerweise nicht direkt.

Was tatsächlich passiert, wenn Menschen nach dem Blondieren oder Färben mehr Haare bemerken, hängt oft mit den Schäden an der Struktur des Haarschafts zusammen. Geschwächtes Haar bricht ab und erzeugt den Eindruck von dünner werdendem Haar. Sie können kürzere abgebrochene Haare am Haaransatz sehen oder Bruchstücke in der Bürste finden. Das wirkt alarmierend, unterscheidet sich aber grundsätzlich von einem follikelbasierten Haarausfall, bei dem Haare gar nicht mehr nachwachsen.

Warum Haare nach dem Färben ausfallen können

Mehrere Mechanismen können nach dem Färben zu verstärktem Ausfall oder Bruch führen. Chemische Schäden schwächen die Haarschäfte, machen sie spröde und anfällig für Bruch. Das betrifft besonders die ältesten Haarabschnitte – die Spitzen, die im Laufe der Zeit der größten Umwelt- und chemischen Belastung ausgesetzt waren.

Eine Reizung der Kopfhaut durch Farbstoffe kann Entzündungen rund um die Follikel auslösen. Bei manchen Menschen führt das dazu, dass Follikel vorzeitig in die Ruhephase übergehen, was temporär verstärktes Ausfallen verursachen kann (telogenes Effluvium). Echte allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe wie Paraphenylendiamin (PPD) können starke Kopfhautentzündungen verursachen. Unbehandelt kann eine chronische Entzündung die Follikel schädigen – das ist jedoch ein Extremfall und nicht die typische Erfahrung.

Physischer Stress während des Färbens – etwa starkes Kämmen, kräftiges Rubbeln oder Ziehen – kann bereits geschwächtes, chemisch behandeltes Haar zusätzlich schädigen. Auch mechanische Belastungen bei der Anwendung können ebenso wie die chemischen Inhaltsstoffe zu Haarausfall nach dem Färben beitragen.

Wie Haarfarbe den Haarzustand beeinflusst

Haar ist kein lebendes Gewebe mehr, sobald es aus der Kopfhaut herauswächst, aber es besitzt eine komplexe Struktur, die durch Chemikalien gestört werden kann.

Haarbruch vs. echtes Dünnerwerden

Dünnerwerden bedeutet, dass weniger Haare aus der Kopfhaut wachsen – ein Follikelproblem. Haarbruch bedeutet, dass Haare entlang ihrer Länge abbrechen – ein Schaftproblem.

Wenn Menschen Haarausfall durch Färben erleben, handelt es sich meistens um Haarbruch. Die Haardichte auf der Kopfhaut bleibt normal, aber die sichtbare Länge nimmt ab, weil geschwächte Haare abbrechen. Wenn Sie mit den Fingern durch das Haar fahren, können Sie eine raue, ungleichmäßige Textur durch unterschiedliche Längen spüren, statt glatter, gleichmäßiger Strähnen.

Echtes Dünnerwerden durch Follikelschäden wird selten durch Kolorationen oder Blondieren verursacht, kann aber durch schwere allergische Reaktionen mit Vernarbung, extrem aggressive chemische Prozesse mit wiederholter Schädigung der Kopfhaut oder durch zugrunde liegende Erkrankungen wie Alopecia areata, die durch chemischen Stress verstärkt werden, auftreten.

Chemische Effekte auf Haar und Kopfhaut

Kann Haarfarbe Haarausfall durch direkte chemische Wirkung verursachen? Verschiedene Färbemethoden funktionieren über unterschiedliche Mechanismen – und wirken daher verschieden auf das Haar:

  1. Temporäre Haarfarben legen sich nur auf die Oberfläche des Haares und dringen nicht in die Haarstruktur ein. Sie verursachen in der Regel nur geringe Schäden, da sie die innere Struktur des Haares nicht verändern. Dennoch kann häufiges Auftragen – insbesondere wenn es mit Reiben und wiederholtem Waschen verbunden ist – das Haar mit der Zeit belasten.
  2. Semipermanente Haarfarben dringen in die äußere Schuppenschicht (Cuticula) ein, erreichen jedoch nicht die tiefer liegende Faserschicht (Cortex). Dabei werden die Schuppenschichten leicht angehoben, was zu moderaten Schäden führen kann, da sie sich anschließend nicht immer vollständig wieder schließen. Dadurch entsteht eine erhöhte Porosität: Das Haar nimmt Feuchtigkeit ungleichmäßig auf und kann sich trocken oder rau anfühlen.
  3. Permanente Haarfarben und Blondierungen verursachen die stärksten strukturellen Veränderungen. Für diesen Prozess werden alkalische Substanzen (zum Beispiel Ammoniak) eingesetzt, um das Haar aufquellen zu lassen und die Schuppenschicht zu öffnen. Anschließend dringen Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid bis in den Cortex vor. Bei permanenten Färbungen werden dabei die natürlichen Pigmente entfernt und neue Farbmoleküle im Haar verankert. Bei einer Blondierung wird das Melanin dagegen lediglich zerstört, ohne dass neue Pigmente eingelagert werden.

Neuere Studien zeigen, dass Blondieren mit Peroxid messbaren Proteinverlust sowie oxidativen Schaden sowohl in der Schuppenschicht als auch in der Cortex-Struktur der Haarfasern verursacht.

Haarausfall nach Färben und Blondieren

Haarausfall nach dem Blondieren ist Ausdruck einer besonders starken chemischen Belastung. Blondieren fügt nicht einfach Farbe hinzu – es verändert die Haarstruktur grundlegend, indem es das natürliche Pigment zerstört. Das stärkere Oxidationsmittel dringt tiefer in den Cortex ein, um Melaninmoleküle aufzuspalten.

Dadurch entstehen viele winzige Hohlräume im Cortex, wo vorher Melanin war. Übermäßiges Blondieren lässt diese Hohlräume sich vermehren und vergrößern, besonders bei wiederholter Anwendung. Wer von sehr dunklem Haar zu sehr hellem Blond wechseln möchte, benötigt oft mehrere Sitzungen – und jedes Mal wird bereits geschädigtes Haar erneut chemisch belastet. Der kumulative Effekt kann das Haar so schwächen, dass es buchstäblich nahe an der Kopfhaut abbricht.

Der Faktor Farbunterschied

Je größer der Unterschied zwischen Ihrer Naturfarbe und der gewünschten Farbe, desto aggressiver muss die Behandlung sein. Von Schwarz zu Platinblond bedeutet maximale chemische Intervention. Dagegen erfordert das Abdunkeln von braunem Haar um zwei Nuancen meist deutlich mildere Prozesse.

Das erklärt, warum die Frage „Welche Haarfarbe verursacht keinen Haarausfall?“ nicht immer sinnvoll ist. Es geht nicht nur um die Marke, sondern um die chemische Intensität, die für Ihre konkrete Veränderung nötig ist. Weniger dramatische Veränderungen bedeuten in der Regel weniger Schäden.

Wachsen die Haare wieder nach?

Nach Haarausfall durch Haarefärben fragen sich viele, ob sich das Haar erholt. Die Antwort hängt davon ab, welche Art von Schaden entstanden ist.

Vorübergehender vs. dauerhafter Verlust

Haarausfall durch Färben: Wächst es wieder nach? Ja, wenn der Schaden die Haarschäfte betrifft, aber nicht die Follikel. Abgebrochene Haare wachsen nach, weil die Follikel weiterhin neue Haare in normaler Geschwindigkeit produzieren – etwa 1,3 cm pro Monat.

Ein chemisch ausgelöstes telogenes Effluvium, bei dem Reizung Follikel vorzeitig in die Ruhephase schiebt, ist vorübergehend. Sobald die reizende Einwirkung endet und die Entzündung abklingt, kehren die Follikel zum normalen Zyklus zurück. Meist nimmt das Ausfallen nach 2–3 Monaten ab, sichtbarer Nachwuchs zeigt sich in 6–9 Monaten.

Zeitleiste der Haarerholung

Unabhängig davon, wie schnell Haare wachsen, ist entscheidend, ob neues Haar gesünder nachwächst als das Haar, das bricht. Wenn Sie schädigende Prozesse stoppen, erscheint neues Wachstum ohne die Belastungen vergangener Behandlungen.

Um abzuschätzen, wie lange es dauert, bis die abgebrochene Länge wieder erreicht ist, rechnen Sie mit der Wachstumsrate. Wenn durch Bruch etwa 15 cm verloren gehen und das Haar 1,3 cm pro Monat wächst, dauert es ungefähr 12 Monate, um diese Länge wieder zu erreichen – vorausgesetzt, das neue Haar wird nicht erneut geschädigt.

Bei chemisch ausgelöstem, verstärktem Haarausfall orientiert sich der zeitliche Verlauf am natürlichen Haarzyklus: Haare, die vorzeitig in die Telogenphase übergehen, verbleiben dort etwa drei Monate, bevor sie schließlich ausfallen. Danach müssen Follikel reaktivieren und neues Haar so weit wachsen lassen, dass man es sieht – meist weitere 3–4 Monate. Insgesamt liegt die Erholungszeit häufig bei 6–9 Monaten, nachdem der Auslöser entfernt wurde.

Was tun gegen Haarausfall nach Haarefärben?

Schnelles, richtiges Handeln kann Schäden begrenzen und die Erholung unterstützen.

Grundpflege nach dem Färben

Grundpflege nach dem Färben

Was tun gegen Haarausfall nach dem Färben? Experten betonen vor allem eine sofortige, besonders schonende Pflege, da das Haar nach der Behandlung empfindlicher ist und zusätzliche Unterstützung benötigt.

Wir empfehlen, auf sulfatfreie, milde Shampoos umzusteigen, die geschädigtes Haar nicht zusätzlich entfetten. Sulfate sorgen zwar für starken Schaum, entfernen aber auch schützende Öle. Gefärbtes Haar braucht Feuchtigkeit und Schutz, keine aggressive Reinigung. Die Prinzipien einer ausgewogenen, nährstoffreichen Ernährung zur Förderung des Haarwachstums wirken von innen, während eine gezielte äußere Pflege dazu beiträgt, das bestehende Haar zu schützen und weitere Schäden zu vermeiden:

  • Verwenden Sie intensive Pflegekuren ein- bis zweimal pro Woche.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Proteinzufuhr, da Haare überwiegend aus Keratin bestehen – einem Strukturprotein. Lebensmittel, die reich an Biotin, Zink, Eisen sowie den Vitaminen A, C, D und E sind, unterstützen ein gesundes Haarwachstum.
  • Greifen Sie zu Produkten mit Proteinen (zum Wiederaufbau der Haarstruktur), Ceramiden (zum Versiegeln der Schuppenschicht) und Feuchthaltemitteln wie Glycerin, die helfen, Feuchtigkeit im Haar zu binden.
  • Intensive Haarmasken mit Inhaltsstoffen wie Keratin, Arganöl oder Sheabutter können die Haaroberfläche vorübergehend glätten und das Haar geschmeidiger sowie leichter kämmbar machen.
  • Reduzieren Sie Hitze-Styling so weit wie möglich. Chemisch behandeltes Haar ist deutlich empfindlicher gegenüber hohen Temperaturen als unbehandeltes („jungfräuliches“) Haar.
  • Tragen Sie vor dem Föhnen oder Glätten immer einen Hitzeschutz auf und wählen Sie die niedrigste Temperatur, die für das gewünschte Styling ausreicht.
  • Vermeiden Sie straffe Frisuren, die Zug auf bereits geschwächtes Haar ausüben. Enge Zöpfe, Pferdeschwänze oder Dutt-Frisuren belasten die Haarfasern zusätzlich und erhöhen das Risiko von Haarbruch.
  • Bevorzugen Sie lockere Frisuren und sanfte Haaraccessoires ohne Metallteile, die sich im Haar verfangen könnten.
  • Lassen Sie beschädigte Spitzen regelmäßig schneiden. Das beschleunigt zwar nicht das Haarwachstum, verhindert jedoch, dass sich Spliss weiter nach oben ausbreitet und zusätzlichen Haarbruch verursacht. Schon kleine Schnitte von wenigen Millimetern alle sechs bis acht Wochen verbessern das Erscheinungsbild und die Haarqualität deutlich.
  • Reagieren Sie sofort auf Irritationen der Kopfhaut. Wenn nach dem Färben Juckreiz, Brennen oder Rötungen auftreten, könnte eine allergische Reaktion vorliegen. Halten die Beschwerden an, sollte eine dermatologische Abklärung erfolgen.

Ganzheitliche Unterstützung der Haargesundheit

Die Erholung benötigt mehr als nur äußere Pflege. Haargesundheit spiegelt den allgemeinen Gesundheitszustand wider und wird durch Ernährung, Stress und Lebensstil beeinflusst.

Reduzieren Sie Stress, denn Stress kann den Haarausfall unabhängig von chemischen Schäden verstärken. Stressbedingte Haarverlust-Faktoren sollten vermieden werden. Chronischer Stress schiebt mehr Follikel in die Telogenphase und kann kolorationsbedingtes Ausfallen zusätzlich verstärken.
Trinken Sie ausreichend. Haarschäfte enthalten Wasser als Bestandteil ihrer Struktur. Dehydration kann Haarbruch fördern, weil das Haar nach dem Färben spröder und anfälliger wird. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr liegt für die meisten Erwachsenen bei etwa 8–10 Gläser Wasser pro Tag.

Überlegen Sie auch, ob zugrunde liegende Faktoren Sie anfälliger machen. Probleme wie Eisenmangel oder ein Vitamin-D-Mangel können Haarverlust verstärken und die Anfälligkeit der Haare für Schäden durch chemische Behandlungen erhöhen.

Schonende Haarfarben wählen

Wenn Sie weiter färben möchten und dennoch Schäden reduzieren wollen, machen strategische Entscheidungen einen echten Unterschied. Welche Haarfarbe verursacht keinen Haarausfall? Darauf gibt es keine einfache Antwort, aber einige Optionen sind deutlich schonender als andere.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Kann Haarefärben Haarausfall verursachen? Ja – das Ausmaß kann jedoch unterschiedlich stark sein. Es hängt zum einen von der Zusammensetzung der Haarfarbe, zum anderen von individuellen Faktoren ab. Folgende Aspekte sollten bei der Auswahl einer Haarfarbe berücksichtigt werden:

  • Ammoniakfreie Formulierungen verwenden alternative alkalische Substanzen, um die Schuppenschicht des Haares zu öffnen. Auch wenn sie das Haar nicht vollständig vor Schäden bewahren, verursachen sie in der Regel weniger Reizungen und haben einen milderen Geruch. Viele Menschen empfinden sie als schonender – sowohl für das Haar als auch für die Kopfhaut.
  • Produkte mit niedrigem PPD-Gehalt oder PPD-freie Haarfarben verringern das Risiko allergischer Reaktionen. Paraphenylendiamin (PPD) gilt als das häufigste Allergen in Haarfärbemitteln. Es sorgt zwar für eine besonders langanhaltende Farbe, kann jedoch bei empfindlichen Personen starke Reaktionen auslösen. Alternative Farbstoffe basieren auf anderen Molekülen, sind jedoch teilweise weniger haltbar.
  • Pflegende Inhaltsstoffe in der Farbformel können helfen, Haarschäden zu reduzieren. Achten Sie auf Produkte mit hydrolysierten Proteinen, natürlichen Ölen oder feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen. Eine Studie aus dem Jahr 2018 zeigte, dass Haarfarben mit Zusätzen wie hydrolysiertem Seiden- oder Milchprotein im Vergleich zu Formeln ohne solche Inhaltsstoffe weniger strukturelle Schäden verursachten.
  • Wenn möglich, bevorzugen Sie semipermanente statt permanente Haarfarben. Semipermanente Farben erfordern keine so intensive chemische Behandlung. Sie verblassen zwar nach etwa 8 bis 12 Haarwäschen, verursachen jedoch deutlich weniger strukturelle Belastung. Für viele Menschen sind häufigere, aber schonendere Farbauffrischungen langfristig vorteilhafter als seltene, dafür aggressivere Anwendungen.
  • Bei größeren Farbveränderungen empfiehlt sich eine professionelle Anwendung. Geschulte Coloristen können den Zustand des Haares richtig beurteilen, Überlappungen auf bereits behandeltem Haar vermeiden und die passende Entwicklerstärke auswählen. Außerdem führen sie Strähnentests durch, um vorherzusagen, wie das individuelle Haar auf die Behandlung reagieren wird.

Natürliche und alternative Optionen

Pflanzenbasierte Farben wie Henna, Indigo und andere botanische Pigmente funktionieren anders als chemische Farben. Sie umhüllen das Haar eher, statt tief einzudringen, und verursachen oft weniger Schäden. Allerdings bedeutet „natürlich“ nicht automatisch sicher oder schadenfrei.

Henna kann austrocknend wirken und spätere chemische Behandlungen beeinflussen. Wenn Sie Henna verwenden und später aufhellen möchten, können unerwartete Ergebnisse entstehen. Zudem schwanken Qualität und Reinheit stark – manche als „natürlich“ vermarkteten Produkte enthalten zugesetzte Chemikalien.

Wenn Sie potenzielle Schäden durch natürliche Alternativen möglichst gering halten möchten, empfiehlt es sich, einzelne Produkte sorgfältig zu prüfen. Testen Sie auch natürliche Produkte vorab an einer kleinen Hautpartie, da Pflanzenstoffe ebenfalls allergische Reaktionen auslösen können.

Zeitpunkt und Abstände

Entsteht Haarausfall durch Färben bei häufigen Anwendungen schrittweise? Ja – Schäden summieren sich. Die American Academy of Dermatology empfiehlt, chemische Haarbehandlungen auf mindestens alle 6–8 Wochen zu begrenzen. So hat das Haar Zeit, sich zwischen den Prozessen zu erholen.

Bitten Sie beim Färben darum, bereits gefärbte Längen nicht erneut zu überlappen. Nur der Ansatz muss vollständig behandelt werden. Wiederholtes Behandeln derselben Partien beschleunigt Schäden exponentiell. Diese Technik wird als Ansatzbehandlung oder Ansatznachfärbung bezeichnet und reduziert Schäden an bereits behandeltem Haar.

Follikulitis und Reaktionen der Kopfhaut

Manchmal steckt hinter dem Eindruck von Haarausfall nach Färben eine Kopfhautentzündung: Follikulitis – eine Entzündung der Haarfollikel. Sie kann durch chemische Reizung oder Allergien auf Inhaltsstoffe entstehen und zeigt sich durch kleine rote Pusteln, Juckreiz und Unwohlsein.

Leichte Follikulitis bessert sich oft, wenn Sie den Auslöser meiden und die Kopfhaut sauber halten. Schwere Fälle können eine medizinische Behandlung erfordern, etwa mit Antibiotika oder Antimykotika bei Infektionen. Chronische Follikulitis, die sich nicht bessert, sollte dermatologisch abgeklärt werden.

Weitere Faktoren bei Haarausfall durch Haarefärben

Weitere Faktoren bei Haarausfall durch Haarefärben

Manchmal entsteht Haarausfall, weil Koloration mit anderen Faktoren kollidiert, statt allein die Ursache zu sein.

Saisonaler Haarausfall führt in bestimmten Jahreszeiten zu natürlichem, verstärktem Ausfallen von Haaren. Wenn Sie genau in dieser Phase färben, kann es wirken, als sei die Farbe schuld.

Auch genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Wenn eine androgenetische Alopezie vorliegt, fällt jeder zusätzliche Schaden stärker auf, weil ohnehin Haare aus genetischen Gründen verloren gehen. Die Farbe verursacht den genetischen Verlust nicht, kann aber fragiles Haar leichter brechen lassen.

Gesundheitszustand und Haartyp beeinflussen die Empfindlichkeit: Feines Haar besitzt weniger Proteinstruktur und bricht leichter als kräftiges Haar. Bereits vorgeschädigtes Haar durch frühere Behandlungen, Hitze oder Umweltbelastungen verträgt intensive chemische Behandlungen deutlich schlechter als unbehandeltes Haar.

Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft, nach der Geburt, in den Wechseljahren oder durch medizinische Ursachen beeinflussen, wie Haare auf chemische Behandlungen reagieren. Das Haar kann in diesen Phasen brüchiger sein, sodass die gleiche Behandlung stärker schadet.

Merken Sie sich: Sie können Schäden oft verhindern oder minimieren durch sorgfältige Produktauswahl, längere Abstände, sanfte Pflege und Aufmerksamkeit gegenüber Reaktionen Ihrer Kopfhaut.

Wenn Sie nach Lösungen bei Haarausfall nach dem Färben suchen, sollten Sie nicht vorschnell allein die Haarfärbung verantwortlich machen. Haarausfall ist meist multifaktoriell bedingt, und chemische Belastungen stellen häufig nur einen begleitenden Faktor dar. Eine differenzierte Ursachenklärung sowie gezielte Maßnahmen zur Unterstützung des Haarwachstums sind daher sinnvoll.

Nicht selten sind vermeintliche Farbschäden Ausdruck zugrunde liegender Nährstoffdefizite, von Stress, hormonellen Veränderungen oder einer beginnenden androgenetischen Alopezie, die lediglich zeitgleich mit dem Färben sichtbar werden.

Die Entscheidung, die Haare zu färben, bedeutet, ästhetische Wünsche mit Gesundheitsaspekten auszubalancieren. Mit informierten Entscheidungen und der richtigen Pflege gelingt es vielen Menschen, gefärbtes Haar ohne deutlichen Verlust oder starke Schäden zu behalten.

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