Der weibliche Organismus ist ein hochsensibles System, in dem alles eng miteinander verknüpft ist. Der Hormonhaushalt beeinflusst zahlreiche Prozesse im weiblichen Organismus: den Zustand von Haut und Haaren, das Gewicht, die Stimmung, den Schlaf und vieles mehr. Gerät der Hormonstatus aus dem Gleichgewicht, macht sich das sofort bemerkbar - zum Beispiel durch verstärkten Haarausfall.
Hormonell bedingter Haarausfall sollte als einer der ersten möglichen Auslöser für den Verlust von Haardichte in Betracht gezogen werden. In der Praxis beginnt die Suche jedoch meist mit dem Wechsel von Shampoo und Maske - und erst irgendwann später folgt der Gang zum Facharzt.
Heute sprechen wir darüber, wie Hormone und Haarausfall zusammenhängen, welche Untersuchungen sinnvoll sind und an welchen Arzt man sich wenden sollte. Außerdem geht es darum, was man tun kann, um Fülle und Glanz zu erhalten, solange man noch an der eigentlichen Ursache arbeitet.
Was ist hormonell bedingter Haarausfall?
Das Haar "lebt" in Zyklen: aktive Phase, Übergangsphase, Ruhephase. Dieser Zyklus wiederholt sich kontinuierlich, und die Dauer jeder einzelnen Phase wird durch Hormone gesteuert. Unter normalen Bedingungen kann die aktive Wachstumsphase zwei bis sieben Jahre andauern - danach geht der Follikel in die Ruhephase über und kehrt nach einer gewissen Zeit wieder zur aktiven Phase zurück.
Solange der Hormonstatus stabil ist, befinden sich die meisten Follikel in der Wachstumsphase, und nur ein bestimmter Prozentsatz befindet sich in der Telogenphase. Sobald der Hormonhaushalt gestört wird, spiegelt sich das unmittelbar im Haar wider. Ein deutlich größerer Anteil der Follikel wechselt in den Ruhemodus - das Haar fällt aus, das Volumen nimmt ab, der Glanz geht verloren. Genau dieses Phänomen wird als hormoneller Haarausfall bezeichnet.
Welche Hormone können Haarausfall verursachen?
Verschiedene Hormone wirken sich unterschiedlich auf das Haar aus. Manche schützen es - wie das Östrogen - andere wirken sich negativ aus. Schauen wir uns an, welche Hormone Haarausfall verursachen können.
Testosteron und DHT
Androgene, insbesondere Testosteron, werden zwar als "männliche" Hormone bezeichnet, sind aber auch im weiblichen Organismus vorhanden - nur in geringeren Mengen. Wenn die Haarfollikel eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber diesen Hormonen aufweisen oder wenn der Androgenspiegel steigt, kann es zu Haarausfall durch Hormone kommen.
Besonders stark hemmt Dihydrotestosteron (DHT) - ein Abkömmling des Testosterons - die Aktivität der Follikel. Unter dem Einfluss bestimmter Enzyme entsteht DHT aus Testosteron und unterdrückt die Aktivität der Haarwurzel.
Östrogen
Dieses Hormon ist für Frauen unverzichtbar: Dank ihm wächst das Haar gut, es ist kräftig, dicht und glänzend. Während der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel erhöht - das Haar wächst besonders gut. Nach der Geburt, vor allem in den ersten sechs bis zwölf Monaten, kann der Östrogenspiegel stark abfallen. Haarausfall und Östrogen stehen in direktem Zusammenhang: Sinkt der Spiegel, verstärkt sich der Haarausfall merklich. Übrigens kann auch zu viel Östrogen das hormonelle Gleichgewicht stören und sich negativ auf die Haarqualität auswirken.
Progesteron
Progesteron blockiert teilweise die Wirkung von DHT, weshalb auch sein Gleichgewicht im weiblichen Organismus für einen guten Zustand von Haut und Haar wichtig ist. Bei Frauen im gebärfähigen Alter schwanken die Östrogen- und Progesteronwerte je nach Phase des Monatszyklus. Daher kann hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen innerhalb eines einzigen Zyklus manchmal stärker oder schwächer ausgeprägt sein.
Schilddrüsenhormone
Sie sind für den Stoffwechsel verantwortlich, und das Haar reagiert sehr sensibel auf jede Störung ihrer Funktion. Bei Hypothyreose oder Hyperthyreose kann das Haar trocken, spröde und dünner werden. In schwereren Fällen - etwa bei Hashimoto-Thyreoiditis - kommt es zu ausgeprägter Hormonstörung und Haarausfall. Da sich beide Zustände äußerlich ähneln können, ist eine Labordiagnostik unerlässlich.
Insulin
Insulinresistenz wird nicht immer mit dem Zustand von Haut und Haaren in Verbindung gebracht - doch Haarausfall durch Hormone wie Insulin ist leider keine Seltenheit. Wenn im Körper zu viel Insulin vorhanden ist, kann der Androgenspiegel ansteigen. Diese wirken sich negativ auf die Haarwurzeln aus. Darüber hinaus wird der Stoffwechsel gestört, und es fehlen wichtige Spurenelemente für die Gesundheit der Kopfhaut - daraus resultiert diffuser und manchmal sogar herdförmiger Haarausfall.
Die häufigsten Ursachen für hormonellen Haarausfall bei Frauen
Bestimmte Lebensphasen und Zustände des weiblichen Organismus sind besonders belastend. In diesen Zeiten scheint der Körper zu signalisieren: Die Ressourcen werden anderswo gebraucht - das Haar muss warten.
- Wechseljahre. Der Östrogen- und Progesteronspiegel sinkt allmählich, und genauso allmählich nimmt das gewohnte Haarvolumen ab. Hormonumstellung und Haarausfall in den Wechseljahren gehören zu den häufigsten Beschwerden dieser Lebensphase - und sind gleichzeitig eine der am meisten unterschätzten.
- Schwangerschaft und Wochenbett. Während der Schwangerschaft verweilen die Follikel etwas länger in der Wachstumsphase. Nach der Geburt wechseln alle Follikel, die "Überstunden gemacht haben", in den Ruhemodus - entsprechend fällt das Haar aus.
- Absetzen hormoneller Verhütungsmittel. Die Pille hilft, den Hormonstatus stabil zu halten. Sobald eine Frau sie absetzt, benötigt der Körper eine gewisse Zeit, um die eigene Hormonproduktion wieder aufzunehmen. Hormonschwankungen in dieser Übergangsphase können merklichen Haarausfall auslösen.
- PCOS. Bei diesem Syndrom ist der Androgenspiegel deutlich erhöht, worauf das Haar mit verstärktem Ausfall reagiert. Kann Haarausfall hormonell bedingt sein bei jungen Frauen? In vielen Fällen steckt genau PCOS dahinter.
- Stress. Cortisol - das sogenannte "Stresshormon" - kann diffusen Haarausfall auf mehreren Wegen begünstigen: Es hemmt einerseits die Produktion von Östrogen und Progesteron und regt andererseits die Synthese von Androgenen an.
- Starke Gewichtsschwankungen. Der Körper muss alle seine Systeme rasch umstellen und anpassen. In dieser Zeit bekommen Haut und Haar weniger Ressourcen zugeteilt.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Wenn Ihr Haarausfall bereits seit zwei bis drei Monaten anhält und zusätzlich weitere Symptome auftreten – beispielsweise Zyklusstörungen, Gewichtsveränderungen, anhaltende Müdigkeit trotz ausreichendem Nachtschlaf oder Konzentrationsschwierigkeiten –, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bereits eines dieser Symptome reicht aus, um einen Termin zu vereinbaren.
| Arzt | Wann sinnvoll? |
|---|---|
| Frauenarzt | Hormontest beim Frauenarzt bei Haarausfall ist sinnvoll, wenn neben dem Haarausfall Folgendes vorliegt: Verdacht auf PCOS, die Pille wurde abgesetzt, der Zyklus ist unregelmäßig oder die Menstruation ist sehr schmerzhaft. |
| Endokrinologe | Wenn irgendein Anhaltspunkt besteht, dass der Haarausfall hormoneller Natur sein könnte - also bei jeder Form von Hormonstörung und Haarausfall. |
| Dermatologe / Trichologe | Wenn die Hauptbeschwerde der Zustand des Haares selbst ist und eine Trichoskopie oder ein Trichogramm benötigt wird. |
Wie erkennt man hormonell bedingten Haarausfall?
Selten beginnt hormoneller Haarausfall bei Frauen plötzlich und abrupt. In der Regel entwickelt er sich schleichend - zunächst kaum merklich. Mit der Zeit können folgende Symptome auftreten:
- Der Scheitel wird breiter
- Immer mehr Haare bleiben beim Kämmen und nach dem Waschen im Waschbecken zurück
- Die Haare werden spröder, die Zahl der Spliss nimmt zu
Woran erkennt man, dass eine hormonelle Ursache des Haarausfalls vorliegt? Der eigene Körper gibt Hinweise. Parallel zur Haarausdünnung lässt sich möglicherweise beobachten: ausgeprägteres PMS, unerträglich schmerzhafte Menstruation, Gewichtsschwankungen ohne erkennbaren Grund, Müdigkeit als ständiger Begleiter schon ab dem frühen Morgen.
Auch verstärkte Akne, langsame Wundheilung und trockene Haut können auftreten. All das sind Warnsignale - ein Hormonstatus bei Haarausfall sollte in diesem Fall unbedingt abgeklärt werden.
Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
Diese Frage klären Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt. Die folgende Übersicht dient zur ersten Orientierung darüber, was beim Hormonstatus Haarausfall typischerweise untersucht wird:
| Untersuchung | Ziel |
|---|---|
| Hormonstatus | Bestimmung der Werte von Progesteron, Östrogen, Gesamt- und freiem Testosteron, SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin), DHEA-S |
| Schilddrüsendiagnostik | Feststellung möglicher Funktionsstörungen der Schilddrüse durch Bestimmung von TSH sowie freiem T3 und T4 |
| Weitere Laborwerte | Ferritin, Zink, Vitamin D - ihr Mangel kann sich ebenfalls auf den Zustand von Haar und Haut auswirken |
Was hilft wirklich bei hormonell bedingtem Haarausfall?
Hormonell bedingter Haarausfall - was hilft wirklich? Der wichtigste, allererste Schritt ist die Behandlung der Grundursache. In jedem Fall ist der Behandlungsplan individuell und wird je nach Hormonspiegel angepasst. Alle weiteren Maßnahmen dienen ausschließlich der zusätzlichen Unterstützung - sie wirken nicht direkt auf die Ursache, tragen aber wesentlich zu ihrer Lösung bei.
Ernährung
Der Speiseplan sollte Eiweiß, Omega-3-Fettsäuren sowie Lebensmittel enthalten, die reich an Eisen, Zink und Vitamin D sind. Eine ausgewogene Ernährung hilft, Nährstoffmängel auszugleichen - und diese spielen bei hormonell bedingtem Haarausfall bei Frauen oft eine unterschätzte Rolle.
Schlaf
Wussten Sie, dass die bekannte Empfehlung von acht Stunden Schlaf ursprünglich für Männer gilt? Der weibliche Organismus braucht für eine vollständige Erholung etwas mehr Zeit - neun bis zehn Stunden. Unter diesen Bedingungen kann ausreichender Schlaf das hormonelle Gleichgewicht unterstützen.
Körperliche Aktivität
Sie ist nicht nur für die Muskeln wichtig, sondern auch für eine normale Durchblutung. Darüber hinaus verbessert regelmäßige - wenn auch moderate - Bewegung die Insulinsensitivität des Gewebes, was besonders bei hormonell bedingtem Haarausfall mit Insulinresistenz relevant ist.
Unterstützung von Kopfhaut und Haaren: DSD-Produkte
Hormonellen Haarausfall stoppen lässt sich ohne die Arbeit an der Grundursache nicht vollständig - das ist eine wichtige Klarstellung. Dennoch ermöglicht die äußerliche Unterstützung von Kopfhaut und Haar, die Folgen des negativen Einflusses des Hormonungleichgewichts zu minimieren. Spezielle Pflegeprodukte tragen zur Pflege der Kopfhaut bei und unterstützen optimale Bedingungen für die Haarfollikel.
Wenn man dies mit der ärztlich verordneten Behandlung kombiniert, helfen diese Pflegeprodukte nach der Stabilisierung des Hormonspiegels dabei, das Erscheinungsbild des Haares sichtbar zu verbessern. Im DSD-Sortiment gibt es einige Produkte, die bei hormonell bedingtem Haarausfall bei Frauen besonders empfehlenswert sind.