Haarausfall bei Männern ist ein ebenso verbreitetes Problem wie bei Frauen. Doch gerade mit diesem Thema bleiben Männer meist ganz allein. Der Gang zum Dermatologen oder Trichologen wird immer wieder aufgeschoben, und Haarausfall nach dem 40. Lebensjahr wird gesellschaftlich oft als völlig normal abgetan. Werfen wir heute einen genaueren Blick auf dieses Thema - schauen wir uns an, warum Haare ausfallen, ob sich dieser Prozess tatsächlich verlangsamen lässt und was zu tun ist, wenn sich immer mehr Haare in der Bürste oder im Kamm befinden und auf dem Kopf immer weniger.
Ist Haarausfall bei Männern normal?
Grundsätzlich verliert jeder Mensch Haare. Bis zu 50-100 Haare am Tag entsprechen im Durchschnitt dem natürlichen Wachstumszyklus. Ein Teil der Haarfollikel geht in eine Ruhephase über, und die dazugehörigen Haare fallen aus, während andere Follikel weiterhin aktiv bleiben.
Wann sollte man besonders aufmerksam werden?
- In der Dusche, auf dem Kopfkissen oder im Kamm bleiben immer mehr Haare zurück, und die Menge übersteigt das für einen selbst übliche Maß.
- Ein spürbares Zurückweichen der gewohnten Haarlinie (Geheimratsecken) tritt auf.
- Das Haar am Oberkopf wird sichtbar dünner.
- Zusätzlich können folgende Beschwerden auftreten: Juckreiz, Schuppen, Rötungen und Ähnliches.
Wie unterscheidet sich Haarausfall bei Männern von dem bei Frauen?
Ein Grund, warum man Haarausfall bei Männern separat von dem bei Frauen betrachten sollte, liegt darin, dass er nach einem anderen Muster verläuft. Androgenetische Alopezie bei Männern folgt einem bestimmten Muster, das sich aus der Empfindlichkeit der Follikel für Dihydrotestosteron (DHT) ergibt.
Die Besonderheit der androgenetischen Alopezie
Beim Male Pattern Hair Loss (MPHL) leiden zuerst die Follikel, die empfindlich auf DHT reagieren. In der Regel liegen diese im Stirn-Schläfen-Bereich sowie am Oberkopf. Deshalb folgt Haarausfall bei Männern meist einem ähnlichen Schema:
- Alles beginnt mit einem geringfügigen, kaum merklichen Zurückweichen der Haarlinie.
- Nach und nach verstärkt sich der Haarausfall an den Schläfen.
- Gleichzeitig oder kurz danach wird das Haar am Scheitel deutlich dünner und schwächer.
- Das weitere Fortschreiten des Haarausfalls nach männlichem Muster führt in manchen Fällen dazu, dass Haare nur noch am Hinterkopf und an den Seiten übrig bleiben.
Haarausfall ist meist gut sichtbar. Ihm geht jedoch häufig eine Verschlechterung der Haarqualität voraus. Unter dem Einfluss von DHT kommt es zunächst zur Miniaturisierung der Haarfollikel. Anschließend verkürzt sich die aktive Wachstumsphase, während die Ruhephase immer länger wird. Zyklus für Zyklus wird das Haar so schwächer und wächst weniger aktiv.
So schlimm ist es nicht, wenn diese ersten Veränderungen rechtzeitig bemerkt und die passende Ernährung, Pflege oder Behandlung gewählt werden - insbesondere, wenn eine bestimmte Erkrankung die Ursache für den Haarausfall ist. In einem solchen Fall lässt sich mit der Zeit sogenanntes Vellushaar beobachten, das zunächst wie feiner Flaum aussieht - so wächst Haar aus jenen Follikeln nach, die bis dahin in Ruhe verharrten.
Intensität und Stadium des Haarausfalls bei Männern werden üblicherweise anhand der Norwood-Hamilton-Skala beurteilt. Diese Skala beschreibt sieben Stadien der Glatzenbildung, angefangen von einem leichten Zurückweichen der Haarlinie bis hin zu Haaren, die nur noch am Hinterkopf und an den Seiten erhalten bleiben.
Norwood-Hamilton-Skala
- Stadium 1 - Kein signifikanter Haarausfall
- Stadium 2 - Leichter Rückgang des Haaransatzes an den Schläfen
- Stadium 3 - Deutlicher Rückgang des Haaransatzes an den Schläfen
- Stadium 4 - Zurückweichender Haaransatz und Ausdünnung am Wirbel
- Stadium 5 - Fortschreitender Haarausfall im Bereich des Wirbels
- Stadium 6 - Ausgeprägter Haarausfall am Oberkopf
- Stadium 7 - Nur noch ein hufeisenförmiger Haarkranz vorhanden
Haarausfall bei Frauen unterscheidet sich vom männlichen Muster dadurch, dass in der Regel eine diffuse Ausdünnung des Haares zu beobachten ist, besonders im mittleren Bereich des Kopfes, während die vordere Haarlinie in den meisten Fällen unverändert bleibt.
Warum verlieren Männer ihre Haare?
Die Hauptursache für Haarausfall bei Männern ist die oben beschriebene erblich bedingte androgenetische Alopezie, also eine erhöhte Empfindlichkeit einzelner Follikel gegenüber dem Hormon DHT (Dihydrotestosteron). Das ist jedoch nicht die einzig mögliche Ursache. Manche Auslöser können sowohl bei Männern als auch bei Frauen typisch für den Beginn des Problems sein. Dazu gehören:
- Stress kann dazu beitragen, dass Follikel vorzeitig in die Ruhephase übergehen.
- Ein Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D oder Biotin wirkt sich negativ auf das Haarwachstum aus, da der Körper insgesamt nicht genügend Nährstoffe erhält.
- Hormonelle Schwankungen - Veränderungen des Testosteronspiegels oder der Schilddrüsenhormone.
- Bestimmte Autoimmunerkrankungen können die Haarfollikel betreffen.
- Diabetes kann mit Stoffwechselveränderungen einhergehen.
- Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Am aggressivsten wirkt sich eine Chemotherapie auf die Haare aus, doch auch andere Medikamente können diese Nebenwirkung verursachen.
- Entzündliche Prozesse - Schuppenflechte, seborrhoisches Ekzem, bakterielle Infektionen - all das kann sich negativ auf die Follikel auswirken und letztlich zu Haarausfall bei Männern führen.
Plötzlicher, starker Haarausfall bei Männern
Bisher war von Fällen die Rede, in denen sich das Problem allmählich entwickelt. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen der Haarausfall plötzlich auftritt, sich schnell verstärkt und förmlich vor den eigenen Augen zunimmt.
In solchen Fällen ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig - nicht so sehr, um die Haare zu retten, sondern um die eigentliche Ursache festzustellen. Dahinter kann das akute Stadium einer Erkrankung stecken, eine Reaktion auf Stress, eine Reaktion auf eine kürzlich begonnene Behandlung und Ähnliches.
Die Ursache zu klären ist wichtig, um gezielt gegen sie vorzugehen. Wer bei sich einen ungewöhnlich starken Haarausfall bemerkt, sollte nicht zögern, einen Hausarzt aufzusuchen - das ist weniger für die Optik wichtig, sondern vor allem für den allgemeinen Gesundheitszustand.
Was hilft wirklich gegen Haarausfall bei Männern?
Der erste Schritt zur Lösung des Problems ist die Ursachenfindung. Folgendes ist zu tun:
| Schritt | Warum ist das wichtig? |
|---|---|
| Einen Arzt aufsuchen und gemeinsam das weitere Vorgehen festlegen. | Der erste Schritt besteht darin, die mögliche Ursache des Haarausfalls einzugrenzen und zu entscheiden, welche Untersuchungen oder Behandlungen notwendig sind. |
| Blutwerte untersuchen lassen. | Blutuntersuchungen helfen dabei, Nährstoffmängel sowie mögliche Entzündungen, hormonelle Veränderungen oder andere gesundheitliche Ursachen des Haarausfalls zu erkennen. |
| Erneut den Hausarzt aufsuchen oder einen Termin bei einem Facharzt vereinbaren. | Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse kann ein individueller Behandlungsplan erstellt und bei Bedarf eine gezielte Therapie eingeleitet werden. |
Anpassung des Lebensstils
Das ist wohl der schwierigste Teil, da er manchmal ein komplettes Überdenken aller Gewohnheiten erfordert. Dennoch ist dieser Schritt sehr sinnvoll - nicht nur für den Zustand der Haare, sondern auch für das allgemeine Wohlbefinden. Was sich lohnt:
- Ungesunde Gewohnheiten aufgeben.
- Für einen erholsamen, gesunden Schlaf sorgen.
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten.
- Bestehende Vitamin - und Nährstoffmängel ausgleichen.
- Moderate körperliche Aktivität einplanen, die die Durchblutung positiv beeinflusst.
Kopfhautpflege
Am wichtigsten ist die Unterstützung des Haarwachstums von innen, doch auch die äußere Pflege spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Werfen Sie einen Blick auf die Produkte, die Sie bereits verwenden. Behalten Sie im Bad nur solche, die eine milde Formel haben und keine "aggressive" oder "Tiefenreinigung" versprechen. Befindet sich der Haarausfall in einer akuten Phase, verschieben Sie Peelings und intensive chemische Behandlungen lieber auf später - aus demselben Grund. In dieser Phase empfiehlt sich eine möglichst milde Pflege.
Wofür sollte man sich also entscheiden?
- Ein Shampoo für empfindliche Kopfhaut.
- Ein Conditioner, der nach jeder Wäsche angewendet wird.
- Eine Maske ein- bis zweimal pro Woche.
- Eine Lotion zur Pflege und Feuchtigkeitsversorgung der Kopfhaut.
Was aus dem DSD-Sortiment könnte passen?
Werfen Sie einen Blick auf die Produkte der Seite Alopecia . Dort finden sich Produkte, die Inhaltsstoffe enthalten, die zur Pflege der Kopfhaut und zur Feuchtigkeitsversorgung der Haare beitragen können. Sie heilen Haarausfall bei Männern nicht, können jedoch die tägliche Pflege von Kopfhaut und Haaren sinnvoll ergänzen.
Auf dieser Seite finden Sie:
- 2.1 Antidandruff Shampoo und weitere Shampoos gegen Haarausfall.
- 3.4.3A Fresh Cells Wondercell Lotion und weitere unauswaschbare Seren für die Kopfhaut.
- 4.4.1 Royal Jelly + Green O₂ für die zusätzliche Kopfhautpflege.
Die vorgestellten Produkte ersetzen keine medizinische Behandlung, können die tägliche Kopfhautpflege sinnvoll ergänzen.
Radikale Methoden zur Wiederherstellung der Haare
In den Fällen, in denen die androgenetische Alopezie zu stark fortgeschritten ist und der Haarausfall Stadium 3-7 erreicht, können sich alle oben genannten Methoden als nicht ausreichend erweisen. In solchen Fällen kann der Arzt eine gezieltere Behandlung verordnen. Dazu kann Folgendes gehören:
- Medikamentöse Therapie. Die Präparate werden vom Arzt anhand der Ergebnisse einer Blutuntersuchung, einer trichologischen Untersuchung sowie weiterer Befunde ausgewählt. Dabei handelt es sich nicht um frei verkäufliche Medikamente - sie haben ihre eigenen Gegenanzeigen und werden daher sehr sorgfältig ausgewählt.
- Mesotherapie der Kopfhaut. Bei dieser Methode werden Injektionen in die Kopfhaut mit Peptiden, Aminosäuren, Vitaminen oder anderen Wirkstoffen verabreicht.
- PRP-Therapie (Plasmatherapie). Auch dies ist eine injektionsbasierte Methode zur Behandlung des Haarausfalls bei Männern und Frauen. Der Unterschied besteht darin, dass der Arzt zunächst dem Patienten selbst Blut entnimmt, daraus Plasma gewinnt und genau dieses Plasma anschließend in die Kopfhaut injiziert.
- LLLT- bzw. LED-Therapie. Mit speziellen Geräten kann eine Lichttherapie zur Unterstützung des Haarwachstums eingesetzt werden. Üblicherweise wird diese Methode als ergänzende Therapie im Rahmen umfassender Behandlungsmaßnahmen eingesetzt.
- Haartransplantation. In kritischen Fällen, in denen die Follikel vollständig verkümmert sind und keine neuen Haare mehr bilden, kann eine Haartransplantation für Patienten empfohlen werden. Dabei handelt es sich um einen mikrochirurgischen Eingriff, bei dem gesunde Follikel aus anderen Bereichen entnommen und in die vom Haarausfall betroffene Zone verpflanzt werden. Die Transplantation gilt als etablierte Behandlungsmethode und kann selbst dann noch helfen, wenn der Haarausfall das Stadium 7 der Norwood-Hamilton-Skala erreicht hat.
Diese trichologischen Verfahren können im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts sinnvoll ergänzt werden. Werden sie durch hochwertige Pflege, die Behandlung grundlegender gesundheitlicher Probleme und einen gesunden Lebensstil ergänzt, können gute Ergebnisse erzielt werden.
Kann Haarausfall bei Männern verschwinden?
Die Antwort auf diese Frage hängt vollständig davon ab, wodurch der Haarausfall ausgelöst wurde und ob die eigentliche Ursache behandelt wird. Stellt sich beispielsweise heraus, dass der Haarausfall eines Mannes eine Reaktion auf ein Medikament war und ihm ein anderes Präparat verschrieben wird, kann sich die Intensität des Haarausfalls deutlich verringern. Handelt es sich hingegen um erblich bedingten Haarausfall, lässt er sich durch Lebensstil und hochwertige Pflege verlangsamen, ein vollständiges Stoppen ist jedoch unwahrscheinlich.
Die Chancen, langfristig volles, gesundes Haar zu bewahren, stehen also durchaus gut, wobei die endgültige Antwort von den individuellen Umständen abhängt. Ob sich der Haarausfall verlangsamt, hängt gleichzeitig von sehr vielen Faktoren ab - angefangen bei der auf Haar- und Kopfhauttyp abgestimmten Pflege bis hin zu akuten oder chronischen Erkrankungen sowie der genetischen Veranlagung.
Fazit
Leider gibt es kein Universalmittel, das Haarausfall bei Männern schon nach der ersten Anwendung stoppt. Wie immer führt der Weg über die Beratung durch einen Arzt, die Feststellung der eigentlichen Ursache und die Frage, was sich im eigenen Lebensstil ändern lässt, um dabei zu helfen. Erst danach kommt eine sorgfältig ausgewählte Pflege ins Spiel: Nährstoffe und Feuchtigkeit für die Kopfhaut, eine schonende Reinigung, Fürsorge für die Haarlänge. Bei einem umfassenden Ansatz lassen sich häufig gute Ergebnisse erzielen, und genau zu einem solchen - systematischen, konsequenten, zielgerichteten und gut durchdachten - Vorgehen möchten wir Ihnen raten.