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Haarausfall im Alter

Dichtes und gesundes Haar war schon immer ein Zeichen von Attraktivität und Pflege, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Deshalb möchten viele Menschen ihre Haare möglichst bis ins hohe Alter erhalten. Doch selbst wenn man in jungen Jahren viel für die Haarpflege getan, Behandlungen genutzt und auf einen gesunden Lebensstil geachtet hat, beginnen die Haare früher oder später zu ergrauen, dünner zu werden und auszufallen.

Für viele Menschen bringen diese altersbedingten Veränderungen des Aussehens spürbares Unbehagen mit sich. Wenn aus einer vollen Haarpracht feine Strähnen mit lichter werdenden Bereichen werden, entscheiden sich manche für kürzere Frisuren. Kurzes Haar lässt sich oft leichter voluminöser stylen. Andere möchten ihr langes Haar jedoch nicht aufgeben. In diesem Artikel zeigen wir, was hilft bei Haarausfall im Alter und wie sich das Haar möglichst lange erhalten lässt.

Warum Haare im Alter dünner werden und ausfallen

Mit zunehmendem Alter verändern sich im menschlichen Körper zahlreiche Prozesse. Die Sehkraft lässt nach, Falten entstehen, das Gehör kann schwächer werden, und auch die Haare bleiben davon nicht verschont. Während des Alterns verändert sich die Funktion der Haarfollikel , die Zellerneuerung verlangsamt sich und das Haar wird feiner sowie brüchiger.

Verlangsamter Stoffwechsel

Mit zunehmendem Alter verändern sich Zellstoffwechsel, Regeneration und die Aktivität der Haarfollikel. Dadurch kann sich der Haarzyklus verändern: Die Wachstumsphase wird kürzer, das Haar wächst feiner nach und die Haardichte nimmt langsam ab. Die Haare können vermehrt ausfallen, während neue Haare langsamer nachwachsen.

Schlechtere Durchblutung der Kopfhaut

Die Durchblutung spielt eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Haarwurzeln. Wenn Blutgefäße weniger elastisch werden und sich die Mikrozirkulation verschlechtert, gelangen weniger Sauerstoff und Nährstoffe zu den Follikeln. Das kann dazu führen, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt und sie schwächer nachwachsen.

Nachlassende Aktivität der Haarfollikel

Mit zunehmendem Alter verlieren Zellen einen Teil ihrer Regenerationsfähigkeit. Dadurch wachsen Haare dünner, kürzer oder stellen das Wachstum ganz ein. Dieser Prozess gehört zum natürlichen Altern des Gewebes.

Hormonelle Veränderungen

Auch der Hormonhaushalt verändert sich im Alter. Die Produktion bestimmter Hormone, die für das Haarwachstum wichtig sind, nimmt ab. Dadurch kann altersbedingter Haarausfall entstehen.

Genetische Veranlagung

Wie schnell und wie stark sich das Haar im Alter verändert, hängt oft von der genetischen Veranlagung ab. Wenn Eltern oder nahe Verwandte früh unter Haarverlust litten, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dies ebenfalls auftritt.

Normale Altersveränderung oder ein Problem?

Wenn das Haar mit den Jahren langsam dünner wird und leicht vermehrt ausfällt, gilt das meist als normal. Verstärkt sich der Haarausfall jedoch plötzlich, entstehen kahle Stellen oder kommen Juckreiz, Entzündungen oder andere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Welche Anzeichen sprechen für behandlungsbedürftigen Haarausfall?

Nicht jeder Haarverlust im Alter ist automatisch problematisch. Bestimmte Veränderungen sollten jedoch genauer beobachtet werden, besonders wenn sie plötzlich auftreten oder mit weiteren Beschwerden verbunden sind.

  • plötzlich deutlich stärkerer Haarverlust
  • kreisrunde oder klar begrenzte kahle Stellen
  • Juckreiz, Brennen, Rötung oder Schuppenbildung der Kopfhaut
  • Haarausfall nach Beginn einer neuen Medikation
  • sichtbar breiter werdender Scheitel bei Frauen
  • zurückweichender Haaransatz oder Ausdünnung am Oberkopf bei Männern
  • Haarausfall zusammen mit Müdigkeit, Gewichtsveränderungen oder anderen körperlichen Beschwerden

Häufige Ursachen für verstärkten Haarausfall

Mangel an Vitaminen und Spurenelementen

Ein verstärkter Haarverlust kann durch einen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen entstehen. Besonders häufig betroffen sind Eisen, Vitamin D, B-Vitamine, Zink und Biotin. Bei Defiziten werden Haare oft stumpf, brüchig und fallen schneller aus.

Chronische Erkrankungen

Im höheren Alter treten manche Erkrankungen deutlicher in Erscheinung und beeinflussen den gesamten Organismus. Schilddrüsenerkrankungen, Anämie, Diabetes mellitus oder bestimmte Autoimmunerkrankungen können den Haarzyklus stören und Haarausfall begünstigen.

Medikamente

Einige Medikamente können als mögliche Nebenwirkung diffusen Haarverlust begünstigen. Dazu zählen unter anderem bestimmte Präparate gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonelle Medikamente, Antikoagulanzien oder Mittel gegen chronische Krankheiten. Wichtig: Medikamente sollten nie eigenständig abgesetzt werden. Bei Verdacht sollte die Einnahme immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Stress und psychische Belastung

Die seelische Verfassung beeinflusst den gesamten Körper, auch die Haare. Emotionale Belastungen, Sorgen oder langanhaltender Sterss können Haarausfall zusätzlich verstärken.

Unausgewogene Ernährung

Für normale Körperfunktionen benötigt der Organismus ausreichend Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate sowie Mikronährstoffe. Wer zu wenig isst, sich einseitig ernährt oder wichtige Nährstoffe nicht ausreichend aufnimmt, kann damit auch die Haargesundheit beeinträchtigen.

Haarausfall bei Frauen im Alter

Haarausfall bei Frauen im Alter

Neben allgemeinen Ursachen gibt es Faktoren, die besonders häufig Frauen betreffen. Deshalb wird Haarausfall bei Frauen im Alter oft gesondert betrachtet.

Sinkender Östrogenspiegel

Mit zunehmendem Alter nimmt die Produktion weiblicher Hormone, insbesondere der Östrogene, ab. Diese Hormone tragen wesentlich zur Haargesundheit bei. Ein Rückgang kann die Haardichte vermindern und das Haar feiner machen.

Einfluss der Menopause

Während der Wechseljahre stellt sich der weibliche Körper hormonell um. Diese Veränderungen können das Haarwachstum beeinflussen und zu vermehrtem Haarverlust führen.

Haarausfall bei älteren Männern

Haarausfall bei älteren Männern

Altersbedingte androgenetische Alopezie

Eine der häufigsten Ursachen bei Männern ist die androgenetische Alopezie. Sie ist erblich bedingt. Dabei verkleinern sich die Haarfollikel nach und nach, sodass die Haare nicht mehr normal wachsen. Typisch betroffen sind Stirn, Schläfen und Oberkopf.

Was hilft bei Haarausfall im Alter

Auch wenn sich der Prozess nicht vollständig stoppen lässt, gibt es Möglichkeiten, den Haarverlust zu verlangsamen.

Ausgewogene Ernährung

Eine nährstoffreiche Ernährung unterstützt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern auch die Haare. Ausreichend Eiweiß, gesunde Fette und wichtige Vitamine sind für kräftiges Haar besonders wichtig.

Pflege der Kopfhaut

Im höheren Alter empfiehlt sich die Verwendung milder Shampoos ohne aggressive Inhaltsstoffe. Die Kopfhaut wird empfindlicher, daher reinigen sanfte Produkte schonend und helfen, Reizungen zu vermeiden.

Kopfhautmassage

Eine regelmäßige Kopfhautmassage kann die Durchblutung der Kopfhaut unterstützen und wird von vielen Menschen als wohltuend empfunden. Sie kann eine sinnvolle Ergänzung der Haarpflege sein, ersetzt jedoch keine gezielte Behandlung, wenn eine medizinische Ursache für den Haarausfall vorliegt.

Vitamine bei nachgewiesenem Mangel

Wenn ein Arzt einen Nährstoffmangel feststellt, können gezielte Präparate sinnvoll sein. Mittel gegen Haarausfall im höheren Alter sollten bei Frauen wie auch bei Männern nur nach ärztlicher Empfehlung eingenommen werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Haarausfall sehr stark wird, plötzlich kahle Stellen entstehen oder Beschwerden wie Juckreiz, Entzündungen oder Schmerzen auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. So lässt sich die Ursache gezielt abklären und eine geeignete Behandlung einleiten.

Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltendem, plötzlich starkem oder unklarem Haarausfall wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Arzt oder Dermatologen.

Häufige Fragen zu Haarausfall im Alter

Eine langsame Abnahme der Haardichte kann mit zunehmendem Alter normal sein. Wenn der Haarausfall jedoch plötzlich stark zunimmt, kahle Stellen entstehen oder Beschwerden der Kopfhaut auftreten, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
Hilfreich sind eine ausgewogene Ernährung, sanfte Kopfhautpflege, die Behandlung möglicher Mangelzustände und eine ärztliche Abklärung bei starkem oder anhaltendem Haarausfall. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab.
Bei Frauen können hormonelle Veränderungen, insbesondere rund um die Wechseljahre, eine Rolle spielen. Zusätzlich können genetische Veranlagung, Nährstoffmängel, Medikamente oder Schilddrüsenerkrankungen das Haarwachstum beeinflussen.
Für gesundes Haarwachstum sind unter anderem Eisen, Vitamin D, B-Vitamine, Zink und Biotin relevant. Nahrungsergänzungsmittel sollten jedoch vor allem bei nachgewiesenem Mangel gezielt eingesetzt werden.
Ärztlicher Rat ist sinnvoll, wenn der Haarausfall plötzlich auftritt, länger anhält, kahle Stellen sichtbar werden oder Beschwerden wie Juckreiz, Schmerzen, Rötungen oder Entzündungen hinzukommen.
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